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Grußwort der Max-Planck-Gesellschaft zum 100-jährigen Bestehen der DGM vom Präsidenten, Prof. Dr. Martin Stratmann

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Glückwünsche von Martin Stratmann Präsident der Max-Planck-Gesellschaft zu 100 Jahren DGM

Sehr geehrtes DGM-Präsidium, sehr geehrter Vorstand, 
liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe DGM! 

Die Max-Planck-Gesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde verbindet weit mehr als „nur“ ein langer gemeinsamer Weg – vielmehr sind gar unsere Gründungsgeschichten eng miteinander verwoben. Der erste DGM-Vorsitzende Emil Heyn war zugleich Gründungsdirektor des nur wenig später neu errichteten Instituts für Metallforschung (1921) der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (der Vorgängerorganisation der heutigen Max-Planck-Gesellschaft). Beide Institutionen gehen - ebenso wie das Kaiser-Wilhelm-Institut für Eisenforschung (von 1917) - auf gemeinsame Initiativen aus Wissenschaft und Politik zurück, sowie auf den Kerngedanken, dass grundla-genwissenschaftliche und anwendungsbezogene Erkenntnisse zu Eisen und Nichteisenmetallen von entscheidender Bedeutung für die zukünftige Konkurrenzfähigkeit und wirtschaftliche Entwicklung des Landes sein würden.  

Ergänzt wurde dieser Gedanke von der Gewissheit, dass gerade im Bereich innovativer Materialien und Werkstoffe Grundlagenerkenntnisse eine unmittelbare Auswirkung auf Herstellung, Eigenschaften und Anwendung haben. Eine Trennung von Grundlage und Anwendung oder von akademi-scher Welt und Wirtschaft ist daher kaum sinnvoll. Vielmehr kommt es hier – vielleicht noch mehr als in anderen Bereichen – darauf an, eine Plattform für vertikalen und horizontalen Austausch zu schaffen; Knotenpunkte für die Interaktion von Materialforschern aller Bereiche und Generationen. Die DGM ist eine Gesellschaft, die diese Überzeugung verkörpert und sie als Verspre-chen einlöst: Die deutsche Wirtschaft profitiert davon, dass heute wie schon in der Vergangenheit innovative Werkstoffe Treiber des industriellen Fortschritts sind – über alle Branchen hinweg.  

Mit ca. 80 Ausschüssen und Arbeitskreisen, unzähligen Konferenzen, Fortbildungen, Regionalforen und verschiedenen Angeboten für den Nach-wuchs der Materialkunde ist die DGM ein Treiber dieses Erfolgs und die primäre Interessensvertreterin der Fachgemeinde in Deutschland. 
Zwischen den Instituten der Max-Planck-Gesellschaft und der DGM gab es immer engste Beziehungen. Dies manifestiert sich nicht zuletzt in zahlrei-chen Ehrenmitgliedschaften von Max-Planck-Forschern in der DGM. Auch heute sind viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Karrierestu-fen in der Max-Planck-Gesellschaft aktive Mitglieder der DGM, sie gestalten ihr Innenleben mit und tragen wiederum neue Impulse in ihre Institute hinein. Und so freut es mich, dass mit Frank Roters - Leiter der Gruppe „Theorie und Simulation“ in der Abteilung „Mikrostrukturphysik und Legie-rungsdesign“ am Max-Planck-Institut für Eisenforschung - kürzlich ein „Max-Plancker“ neu in den Vorstand der DGM gewählt wurde.  

Wenn ich Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, heute zum 100. Geburtstag gratulieren darf, dann in meiner Rolle als Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. Um die Bedeutung der DGM weiß ich aber auch aus nächster Nähe, aus ganz eigener Erfahrung. Erlauben Sie mir daher, zum Abschluss einige wenige Worte aus dieser Perspektive heraus an Sie zu richten.  
Seit vielen Jahren bin ich selbst Mitglied der DGM. Schon meine ersten Schritte in der Welt der Materialforschung wurden von der Gesellschaft begleitet, geprägt und – ich denke, man kann sagen – beflügelt: Nicht nur waren die Konferenzen und Workshops extrem bereichernd und fruchtbar für meine eigene Arbeit und mein berufliches Netzwerk; vor genau 30 Jahren wurde mir sogar die Ehre des Masing-Gedächtnispreises der DGM zuteil. Es war der erste wichtige Preis aus der „Community“ für mich und in diesem Sinne von enormer Bedeutung für meinen weiteren Werdegang. Der Preis bestärkte mich in meinen wissenschaftlichen Ambitionen als Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Eisenforschung und half sicherlich, in der damaligen Gemeinschaft der Materialforscher Sichtbarkeit zu erlangen. Wenig später wurde ich auf einen Lehrstuhl der Universität Erlangen-Nürnberg berufen, einer der führenden Stätten materialwissenschaftlicher Forschung in Deutschland.  

Ich freue mich, dass ich heute – umgekehrt – der DGM gratulieren darf, nicht nur zu 100 Jahren glanzvoller Vergangenheit, sondern auch und vor allem: zu einer glänzenden Zukunft! Das Fachgebiet der Materialwissen-schaft und Werkstofftechnik wird weiterhin von ausschlaggebender Relevanz für die Innovationsfähigkeit vieler Wissenschafts- und Wirtschaftszweige sein. Das steht völlig außer Frage. Man darf aber zu mehr gratulieren als zu ungebrochener Relevanz, nämlich zur der Tatsache, dass sich die Materialwissenschaft aktuell so rasant und spannend entwickelt wie kaum je zuvor. Treiber sind ganz neue Materialien und Materialkombinationen, höchst innovative Fertigungsverfahren, analytische Methoden mit atomarer Auflö-sung auch bei komplexen Realwerkstoffen, ab-initio quantenphysikalische Verfahren des Materialdesigns, aber auch datengetriebene Analysen basie-rend auf modernsten Ansätzen der künstlichen Intelligenz wie dem Machine Learning.  

Als Präsident der Max-Planck-Gesellschaft und persönlich, als Materialfor-scher, sehe ich die Arbeit der DGM gerade jetzt als äußerst bedeutsam für uns alle an. Ich wünsche daher ihr – und uns allen, die wir ja in den Genuss ihrer Arbeit kommen, ob wir nun selbst Forschende sind oder nicht – eine weiterhin glückliche Hand für die Zukunft und einen unverändert lebendigen Austausch unter ihren Mitgliedern! Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft werden ganz sicherlich ihren Teil dazu beitragen und sind stolz, der DGM-Familie anzugehören. 

Mit den besten Geburtstagswünschen 
Ihr  
Martin Stratmann

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